Ich weiß, dass ich nicht weiß! Viele andere noch weniger ...
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Photosophie
Geschrieben von: Frank Bick   
Ein für mich zentrales Thema war und ist die Fotografie. Ich bevorzuge aussagekräftige in einen Kontext passende Fotos die auch entsprechende Bildaussagen transportieren, zum Nachdenken anregen, erfreuen oder gar begeistern. Die mittlerweile aus dem Boden wachsenden Foren, Communitys und Webseiten die unmotiviert hohe Zahlen an unsortierten, unkommentierten und unsachlich beschrifteten Fotos präsentieren, halte ich schlichtweg für Datenmüll und die Leute die sie täglich durchklicken für Idioten. Nicht zuletzt deshalb weil sich diese Verhaltensweisen negativ auf geistige Leistungen und vor allem die Konzentrationsfähigkeit auswirkt.

In einer vernünftig arrangierten Reportage oder Kunstausstellung genügen etwa 20 gute Fotos oder Grafiken um eine Botschaft zu vermitteln, den Betrachter anzuregen und eine Zeit zum Verweilen einzuladen. Fotoalben mit mehr Fotos sollten auf jeden Fall beschriftet und in Gruppen geordnet sein, die Beschriftung hilft auch beim Einstellen der Fotos, fällt einem nichts ein, ist auf dem Foto nichts drauf. Im Bereich Photosophie versuche ich mit zusammen Freunden, eine Anschauung zur Fotografie oder Bildgestaltung zu präsentieren. Fotos die beim Betrachter Gedanken und Gefühle freisetzen und deren Bildinhalte der Auseinandersetzung dienen, tun es Denktexten gleich, es ist also nicht nur eine Photographie sondern auch eine Philosophie, also Photosophie.

Das beliebteste Genre neben Akt-, Natur- und Fahrzeugfotografie ist sicher die Urlaubsfotografie. Folgend einmal Doppelfotos von Reisen mit Birgit Brechbühler. Wir haben die schönsten Momente natürlich festgehalten. Wer die Fotos in Ruhe betrachtet, wird feststellen dass hier keine Wahrheiten ausgesprochen werden, obwohl es sich um "unbearbeitete und realistisch wiedergebende" Fotos handelt: Fotografie zeigt niemals wahre Abbilder, sondern kann lediglich eine richtige Bildaussage transportieren oder aber eine falsche Bildaussage. Das bedeutet, ich darf ein Foto manipulieren, aber nicht die Bildaussage wenn ich etwas Wahres vermitteln möchte.

Bei der Betrachtung des unteren Fotos denkt man unweigerlich an Langeweile, auseinandergelebt haben sich die beiden, aber dann oben ... Wir betrachten Fotos oft oberflächlich. Wo ist eigentlich der Unterschied zwischen beiden Abbildungen? Schreiben Sie mir wenn Sie den Unterschied gefunden haben eine E-Mail an info at supplement.de. Touristen sind gern gesehen, sie bringen Devisen, aber leider auch Fäkalien. An vielen schönen Orten der Welt ist der nahe Hintergrund deshalb mit Papier und Kot garniert. Wieder einmal langweilt sich dieses ältere Ehepaar, aber die Lösung ist ganz Nahe ... Unten sehen wir zwei englische Rockabilly Rebels, hart, unnahbar. Oben fahren die beiden Pussys davon. In Marokko gehen die Ziegen für gewöhnlich in die Bäume, ein gern und massenhaft fotografiertes Fotomotiv. Als Grotesk-Touristen eignen sich Menschen da auch, oder?

Schon die Fotografie an sich bedingt, das Objekte unterschiedlich dargestellt werden, je nach Standort, Objektiv, Belichtungszeit und Blende können Bildausschnitt, Komposition, Schärfe und Farbe usw. variieren. Daher führt schon der technische Vorgang des Fotografierens zu unrealistischen Abbildungen. Seit Photoshop und RAW Fotografie geht ein Foto danach in die 2. Runde der Veränderung. Solange das Foto ordentlich beschriftet ist, handelt es sich um einen legitimen Vorgang. Vor allem bei Fotos die als Belege dienen sollen, ist es daher sinnvoll den Ort und die verwendete Technik zu benennen, z.B. in der Naturfotografie, Architekturfotografie, Geographie, Biologie etc.